Ich habe wieder ein paar Minuten Zeit für den 3ten Teil der Geschichte……
Ich habe also unzählige Bugs des Delphi-Clients in meinen Bugtracker eingestellt und Herr X gehörig Druck gemacht, er solle doch denjenigenwelchen Programmierer aktitivieren, um sie zu beheben. In einem regelrechten Emailkrieg sollte nun die nächsten Monate solange Druck gemacht werden bis sich was am Client tut. In der zwischenzeit sollte ich jede freie Minute nutzen und die Templates umsetzen.
Das Ganze konnte ich natürlich nur am Wochenende machen, da ich unter der Woche für eine Börsenfirma das CRM-System ausbaute.
Also Freizeit ade. Ich dachte mir, ein paar Monate Stress, dafür kann ich das ganze nächste Jahr zuschauen, wie das Geld reintropft.
Wie sehr ich daneb lag sollte mir schnell klar werden. $$$$$$$$$$$$
Um die Templates umsetzen zu können, musste ich mir natürlich die Webanwendung anschauen. Das geschah wesentlich früher in der Story. Passt aber so besser in den Erzählfluss…
Schnell stellte ich fest, dass auch hier der Stümperteufel zugeschlagen hat. Da war nix mit Templates einbauen. Die Wenanwendung war eine lose Sammlung prozedualer Scripte. Also schonmal nix OOP. Na toll. Der Code war historisch gewachsen und nicht von einem Programmierer. Wenn das überhaupt nicht mehr als indische Praktikanten zusammengepfuscht haben. Jede Seite enthielt Copy & Paste Code und es gab mehr HTML im Code als Chinesen in China.
Ich fand im Quelltext auch einen Produktnamen. Nur hatte der nichts mit dem aktuellen Produkt zu tun.
Herr X hat also den Murks bereits unter anderem Namen verkauft. Sofort habe ich dannach gegoogelt.
Die Programmierer waren so clever als Standardtitel den Produktnamen zu verwenden. So fand ich 2000 Installationen und einige Foren-Beiträge über die Software. Hört sich gut an ne? 2000 Auflagen. Und davon XX % vom Verlauf.
Dumm nur dass von den 2000 Installationen gerade mal 2 Stück noch intakt waren. Alle anderen warfen mysql errors, 404s in den Frames etc.
Sowas habbe ich noch nicht erlebt. Herr X hat doch glatt das gesammte Web als Müllhalde benutzt, wie die Amis die schwarz Oel verklappen und dabei Kohle machen.
Ich nam mir vor auf dem Meeting in Zürich die Bombe platzen zu lassen und Herrn X ordentlich die Leviten zu lesen.
Weiter in der Codeanalyse…
Das Frontend bestand aus nicht weniger als 6-fach verschachtelten Frames und ich fand im HTML sowas wie <?$sql=”select * from”?> und das bei allen Datenbankabfragen,. An dem Punkt dämmerte es mir, auf was ich mich eingelassen habe.
“Das ist ne Totgeburt. Da kommt nie Geld rein. Den Pfusch kann man keinem anbieten. “ Das schrieb ich Herrn X auch direkt so mit dem Hinweis, dass man hier am besten alles neu aufsetzt. Zu verwenden ist quai nichts ausser das DB-Shema. Dafür würde ich aber so viel mehr zu tun haben, dass das mit der jetzigen Beteiligung nicht ausreicht. Das steht mal fest.
“Das bestprechen wir am besten bei Dir in Zürich.”
Wie es weitergeht erfahrt ihr in Teil 4